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Kolumne INSPIRE
Aus der Sicht eines Editors: 31.03.2011, 28.06.2011 ... Fortsetzung folgt ...
31.03.2011
Schon seit Jahren versuche ich Umweltinformationssysteme aufzusetzen, die dem Medium angemessen komplexe, themenübergreifende Auswertungen und Analysen ermöglichen.
Grundlage dafür sind natürlich immer wieder Daten, die in ihrer Struktur überhaupt Verknüpfungen zulassen. Nur die Praxis ist bisher zumeist anders. Im Allgemeinen
werden für spezielle Fachaufgaben Lösungen gebaut, die nur selten miteinander auswertbar sind. Heute finden wir die Schlagworte: Harmonisierte Datenbestände, Interoperabilität,
aufeinander abgestimmte Datenschemen u.a.
Und da INSPIRE sich letztendlich genau das zur Aufgabe gestellt hat, bin ich von Anfang an ein großer Befürworter dieser Richtlinie.
Aktuell werden in der Praxis die sogenannten Annex I-Themen bearbeitet. Dabei geht es um Themen wie Koordinatenreferenzsysteme, geographische Netzwerke, geographische Namen,
Verwaltungseinheiten, Adressen und Flurstücke. Das erweckt den Eindruck, INSPIRE sei vor allem ein Thema der Vermessungsverwaltungen. Jetzt aber stehen auch die Themen des
Annex III und damit die eigentlichen Umweltthemen zur Datenmodellierung an.
Ende 2009 wurde von der Europäischen Kommission die Mitarbeit in den sogenannten Facharbeitsgruppen (TWG: Thematical Working Group) ausgeschrieben. Und natürlich wollte
ich an einem Umweltthema mitwirken ─ deshalb die Bewerbung als Editor für die TWG EF (Environmental Monitoring Facilities), in der deutschen Übersetzung der Richtlinie
„Umweltüberwachung“ bezeichnet.
Als Editor geht es im Wesentlichen darum, das konkrete Datenmodell mittels UML zu entwerfen. Dafür arbeiten in unserer TWG etwa 10 sogenannte Experten zur Klärung der
inhaltlichen Themen wie Definitionen, Inhalte, Datenfelder, Schlüssellisten und ihrer fachlichen Aufbereitung für das Datenmodell mit. Geleitet wird die TWG vom Facilitator,
Herrn Daffner aus Deutschland, von der Europäischen Umweltagentur Kopenhagen benannt.
Die Bestätigung für meine Mitarbeit erhielt ich Ende März 2010, zur Kick-Off-Veranstaltung im April ins JRC (Join Research
Centre der Europäischen Kommission in Ispra) wurden die Facilitator und Editoren eingeladen. Nur fiel dieser Termin mit dem Vulkanausbruch in Island zusammen.
Alle Flüge wurden gestrichen. Da ich sowieso diese Reise an den Lago Maggiore über das Wochenende verlängern wollte, setzte ich mich einfach ins Auto und fuhr nach Ispra.
Insgesamt kamen nur fünf "Mitstreiter" per Zug oder Auto im JRC an. Für mich war das natürlich recht komfortabel, lernte ich doch so die Mitarbeiter am JRC persönlich kennen.
Die Anderen konnten über Videokonferenzen teilnehmen.
Inhalte dieses Meetings waren vor allem die Einweisungen in die vorhandenen Dokumente und Methoden, Erfahrungen der Annex I-Arbeitsgruppen und Einweisungen in die vom JRC
zur Verfügung gestellten Tools. Ein erster Zeitplan wurde vorgegeben, der insbesondere die Erstellung einer Version 1 des Datenmodells bis Oktober 2010 vorsah.
Der Start verlief also insgesamt unter einem "schlechten Stern". Deshalb wurde beschlossen, am Rande der INSPIRE-Konferenz in Krakow Ende Juni 2010 das erste persönliche
Treffen und Kennenlernen nachzuholen. Aber relativ zeitnah, um den Oktober-Termin zu schaffen, musste sich unsere TWG konstituieren ...
... Fortsetzung folgt ...
28.06.2011
Anfang Juni nahm unsere Facharbeitsguppe (TWG – Thematical Working Group) mit dem Meeting bei der Europäischen Umweltagentur EEA in Kopenhagen ihre Arbeit auf.
Ursprünglich waren acht Experten in unserer TWG gemeldet, zzgl. Franz Daffner (von der EEA) als Facilitator, Alessandro Sarretta als Ansprechpartner beim JRC und ich als Editor.
Wesentlich war es, ein gemeinsames Verständnis für die zu bewältigende Aufgabe zu erarbeiten und die Methodik der Zusammenarbeit zu organisieren.
In unserer TWG wird recht viel "philosophiert", geht es doch darum, ein Basismodell für die Umweltüberwachung auszuarbeiten. Damit standen zu Beginn der Arbeiten das
Studium der vom JRC übergebenen Nutzeranforderungen und das Herausarbeiten des fachlichen Geltungsbereiches unseres Annex-Themas im Vordergrund.
Für die Kommunikation werden 14-tägig (in "Druckphasen" wöchentlich oder noch öfter) Telefonkonferenzen durchgeführt. Eine zu Anfang recht beschwerliche
Arbeit für mich ohne den Redner zu sehen, das Fachenglisch zu verstehen.
Im Oktober fand dann unser zweites persönliches Meeting statt, diesmal in Wien beim dortigen Umweltbundesamt. Nun ging es darum, die Ausarbeitungen der vergangenen Monate
zu einer Version 1.0 zu qualifizieren:
- Definition des Geltungsbereiches (scope)
- Festlegung von Anwendungsfällen (use cases)
- Definition der zu verwaltenden Objekte mit ihren wesentlichen Attributen.
Damit begann jetzt eigentlich erst die intensive Arbeit am Datenmodell. Im Nachgang zu unserem Wien-Meeting wurden in Telefonkonferenzen die Attribute festgezurrt,
die Definitionen ausformuliert und die Verbindungen zwischen den Objekten beschrieben. Nach intensiven Arbeitstagen am Datenmodell und am Text konnten wir Ende Oktober
unsere Version 1.0 fertig stellen. Man konnte ihr schon ansehen, mit welcher "heißen Nadel" hier "gestrickt" wurde.
Aber: Wir hatten uns in der TWG gefunden, einen Lösungsvorschlag aus Sicht unserer TWG abgegeben und einen ersten detaillierten Modellansatz kreiert.
Es bestand großer Abstimmungsbedarf mit den anderen TWG, insbesondere mit denen, die Umweltüberwachungen ganz konkret in ihrem Fachbereich bearbeiten,
und bzgl. abgestimmter Datenstrukturen. Dazu war Anfang Dezember ein Meeting mit allen TWG angesetzt.
... Fortsetzung folgt ...
Last update:
28.06.2011
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